Descartes: Leib Seele Dualismus

Immer wieder wird in Theaterstücken von Descartes die Leib-SeeleTheorie mit all ihrem Dualismus aufgegriffen und verarbeitet. Auch wenn Theaterbesucher oft hinter die Kulissen schauen und zwischen den Zeilen lesen können, stehen sie teilweise vor der Frage, was sich hinter der Theorie verbirgt und wie sie verstanden werden kann. Die Umsetzung selbst liegt in den Händen des Ensembles. Wer sich jedoch erst einmal mit der Theorie beschäftigt hat, der hat ganz neue Möglichkeiten, die Stücke zu interpretieren.

Descartes und der Leib-Seele-Dualismus als Idee

Die Zustände des Körpers und der Seele werden durch das Gehirn gesteuert. Diese Idee hat René Descartes. Der französische Philosoph ging davon aus, dass Leib und Seele zwei Einheiten in einem Körper sind und getrennt voneinander agieren. Laut seiner Theorie vom Dualismus war er der Meinung, dass beide unabhängig sind. Nach der Veröffentlichung dieser Idee hatte er einen großen Einfluss auf das Denken des Menschen über den Körper und den Geist.

Der Philosoph wurde 1596 geboren. Er lebte in Frankreich und ging später nach Stockholm. Dort ist er auch 1650 verstorben. In der Neuzeit war die Religiosität der Menschen ihr wichtigstes Steckenpferd. Die Leidenschaft für die Religion spielte eine übergeordnete Rolle. Mit seiner Theorie hat René Descartes die Gedanken der Menschen angestoßen und dafür gesorgt, dass sowohl die Philosophie als auch die Naturwissenschaften stark durch den Dualismus geprägt werden. So kann seine Theorie als einer der Meilensteine im Bereich des Rationalismus gesehen werden.

So wird bis heute davon ausgegangen, dass Descartes’ Leib Seele Dualismus der Grundstein für den Rationalismus wurde. Bis heute findet sich der Dualismus auch in der Medizin. Dies beginnt bereits ab dem Punkt, an dem damit begonnen wird, bei einer Erkrankung zu unterscheiden zwischen der Psyche und dem Körper. Beides kann sich auch gegenseitig bedingen. In diesem Punkt wird von einer Psychosomatik gesprochen. Diese beschreibt, dass sowohl der Geist als auch der Körper sich gegenseitig beeinflussen können, auch wenn sie unabhängig voneinander agieren.

Descartes’ Leib Seele Dualismus am Theater

Descartes Leib-Seele-Dualismus äußert sich für den Helden auf der Bühne meist mit einem Zwiespalt seiner Gefühle. (#1)

Descartes Leib-Seele-Dualismus äußert sich für den Helden auf der Bühne meist mit einem Zwiespalt seiner Gefühle. (#1)

Die Zustände im Gehirn eines Menschen sind die Basis vieler gängiger Theaterstücke. So gesehen kann davon gesprochen werden, dass Descartes’ Leib Seele Dualismus die Theaterstücke ständig prägt. Dies beginnt bereits mit der Idee, dass der Körper als Hülle für die Seele genommen wird. Während der Körper sein Leben gelebt hat, steigt die Seele auf und sucht sich eine neue Hülle. Der Gedanke der Seelenwanderung und des Weiterlebens der eigenen Seele hilft vielen Menschen, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Zahlreiche Philosophen und Schriftsteller haben das Thema aufgegriffen.

Während der Körper der Erde zugeführt wird, steigt die Seele unabhängig davon auf. Über die Jahrhunderte hinweg war diese Thematik an den großen Theaterbühnen der Welt zu finden. Für die Zuschauer zeigt sich hier ein Muster. Der Held der Geschichte steht in einem Zwiespalt mit seinen Gefühlen. Er geht mit ihnen ins Gespräch und beginnt damit, sich selbst zu analysieren. Dieser Weg der Suche nach dem persönlichen Sein führt in einen Zwiespalt. Nicht selten stößt er damit die Menschen um sich herum vor den Kopf. Bei dem Versuch zu verstehen, welchen Einfluss die Seele auf den Leib hat, ist so mancher Held in der Verwirrung angelangt.

Seelenwanderung: Die Gefühlswelt und ihr Einfluss auf den Körper

Der Dualismus an sich bringt bereits eine sehr komplexe Thematik mit sich, die viel Spielraum für Interpretationen lässt. Die Eigenständigkeit von Leib und Seele nach Descartes gibt daher sehr viele Ideen für neue Stücke. Neben der Umsetzung bereits bestehender Stücke, sind neue Interpretationen am Theater keine Seltenheit.

Video: René Descartes und sein berühmter Satz „cogito ergo sum“ – die Geburt der Moderne

Die Gefühlswelt basiert auf der Seele. Wenn die Seele in Bewegung ist, wirkt sich dies auch auf den Körper aus. Angst, Nervosität und die Sorge darüber, nicht normal zu sein – viele tragische Charaktere am Theater sind bereits diesen Weg gegangen. Immer wieder fragt sich das Publikum: Wieso?

Die Erklärung findet sich bei Descartes. Der Philosoph hat die Seele als eine Erklärung für die körperlichen Reaktionen in den Vordergrund gestellt. Auch wenn sie immateriell ist, kann sie bewusste Wahrnehmungen, Gefühle und das Denken sowie die menschlichen Handlungen steuern. Seiner Theorie nach basiert die Wechselwirkung zwischen Körper und Seele auf dem Gehirn. Die Zustände werden durch die Zirbeldrüse gelenkt. Er legte den Grundstein für das sogenannte Seelenorgan.

Descartes früher und heute

Das Theater ist ein eigener Raum, im dem Interpretationen verschiedene Wege gehen können. Es ist möglich, die Theorie von Leib und Seele als eigenständige Bereiche aufrecht zu erhalten. In der Hirnforschung selbst jedoch wurden inzwischen neue Erkenntnisse getroffen. So gibt es bis heute keinen Nachweis dafür, dass es ein Interaktionszentrum im Bereich des Gehirns gibt. Auch wenn die medizinischen Erkenntnisse neue Wege beschreiten, bleibt der Gedanke bestehen, dass das Gehirn den Körper regiert. Die Idee dahinter wird bis heute aufgegriffen und in zahlreichen Stücken am Theater umgesetzt. Für die Zuschauer ist es stets eine neue Herausforderung, zwischen den Zeilen zu lesen.


Bildnachweis: © shutterstock – Titelbild Georgios Kollidas, #1 Captblack76

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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