„Der Rächer“: Imperial Theater legt Edgar Wallace auf

Karl Anton hat aus dem Thema 1960 den Film „The Avenger“ gemacht. Damals war es der dritte Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit und es war der einizige Wallace-Streifen, den „Kurt-Ulrich-Film“ produzierte. Wer damals am 5. August 1960 die Uraufführung im Turmpalast in Frankfurt am Main versäumt hat, kann jetzt im Imperial Theater nochmals einen Hauch der Thriller-Stimmung wittern.

Edgar Wallace Revival: da muss mehr gehen, oder?

Stella Mendoza (Verena Peters) und Lawley Foss (Patrick Michel) in "Der Rächer" von Edgar Wallace (#1)

Stella Mendoza (Verena Peters) und Lawley Foss (Patrick Michel) in „Der Rächer“ von Edgar Wallace (#1)

Was darf man sich erwarten? Oder mal vorneweg gefragt: kennen Sie die Story überhaupt? Könnte ja sein, dass das vor Ihrer Zeit war… Okay, wir erzählen jetzt nicht den Plot. Was wir aber verraten wollen, das ist, was damals die Presse so äußerte.

In der Frankfurter Abendpost unkte man, dass der Rächer nicht mehr gruselt als das Pappdeckelgespenst in der Geisterbahn. Der Vergleich der kriminalösen Spannung mit dem mopedfahrenden Halbstarken, war ebenfalls wenig scheichelhaft.

Paimann’s Filmlisten wussten es im August 1960 besser. Jenseits des angelsächsischen Stils, auf den „Der Rächer“ verzichtete, sah man die atmosphärevolle Umwelt. Okay, kein echtes Lob, aber ein gutes Haar ließ man an Karl Antons Werk.

Adele Leamington (Linda Kochbeck), Ronald Connolly (Christian Richard Bauer) und Stella Mendozza (Verena Peters) in der Inszenierung von "Der Rächer" von Edgar Wallace im Imperial Theater unter der Regie von Frank Thannhäuser. (#2)

Adele Leamington (Linda Kochbeck), Ronald Connolly (Christian Richard Bauer) und Stella Mendozza (Verena Peters) in der Inszenierung von „Der Rächer“ von Edgar Wallace im Imperial Theater unter der Regie von Frank Thannhäuser. (#2)

Die Hannoversche Presse legt nochmal den Finger in die Wunde. Karl Anton ht nicht den Stil des Meisters zu kopieren versucht und bekommt nun seinen Mut zu einer neuen Inszenierung des großen Themas vergällt. Offenbar kleben viele doch sehr am Edgar-Wallace-Style. Ja, vielleicht ist vielen das Sujet der jeweiligen Episode gleich und man genießt das, was einen Wallace ausmacht. Das spannungsgeladene und und uns stets in die Irre leitende Erzählen des Großmeisters.

Man könnte jetzt unken, dass das Imperial Theater etwas vorbelastet ins Rennen, wollte sagen: auf die Bühne geht. Frank Thannhäuser, der das Szepter der Regie schwingt, hat die Chance, etwas Großartiges zu vollbringen. Was wird er tun? Geht er mit eigenem Stil an das Thema heran? Wird er das tun, was einst 1960 die Kritiker nahezu unisono erwarteten: versuchen, den Meister zu imitieren? Auf der Premiere am Donnerstag, den 11. Februar 2016 um 20 Uhr werden wir es live erleben.

Der Rächer: Besetzung

  • Mike Brixan: Ulrich Schaller
  • Jack Knebworth: Gosta Liptow
  • Irene Carew: Marina Zimmermann
  • Lawley Foss: Patrick Michel
  • Adele Leamington: Linda Kochbeck/Jessica Neumann
  • Ronald Connolly: Christian Richard Bauer
  • Stella Mendoza: Verena Peters
  • Sir Gregory LePenne: Sönke Städtler
  • Mister Longvale: Janis Zaurins

Für alle Nicht-Hamburger hier die Adresse:
Imperial Theater
Reeperbahn 5
20359 Hamburg

Telefon: 040 / 313114
www.imperial-theater.de


Bildnachweis: © Titelbild + #1 + #2 delovska.de

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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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